Unsere Kellerei

Nichts ist beständiger als der Wandel

Es findet sich immer wieder dieser Satz, wenn es darum geht, in unserer hektischen Zeit zu bestehen. Er findet sich auch, wenn Liebgewordenes aussortiert wird, um ja nicht rückwärtsgewandt oder gar rückständig zu erscheinen. Veränderung, um die Zukunft zu meistern oder dem Zeitgeist zuliebe?

Gott gebe mir den Mut, Notwendiges zu verändern, Unabänderliches gelassen hinzunehmen, und die Weisheit, das eine von dem andern zu unterscheiden. Wir wissen nicht, ob der Mönch, dem dieser Satz zugeschrieben wird, Philosoph, Gelehrter oder Geschäftsmann war. Vielleicht von allem ein wenig, wie auch immer aber verbunden mit einem gehörigen Stück Lebenserfahrung.

Oder war er gar Winzer? Dieser Beruf war unter Mönchen bekanntlich recht verbreitet, zumal Weingenuss in Klöstern etabliert und das notwendige Terroir verfügbar war. Jedenfalls fühlen wir angesichts seiner Worte eine enge Seelenverwandtschaft – sogar ohne lange Lebens­erfahrung: Keltern bildet!

... unser Handwerk

Der Weg von der Rebe ins Glas ist lang, verschlungen und voller Überraschungen. Und wie immer in solchen Fällen spannend und voller Herausforderungen. Und gelingt nur mit professioneller Teamarbeit!

In unserem Fall arbeiten Weinbautechniker Daniel Vogel und Marc Gerber zusammen mit Lebensmittelingenieur Simon Riem tagtäglich zusammen, unterstützt und aufmerksam verfolgt von Lehrling Filip Ondrejco und natürlich dem gesamten Kellereiteam. Standardabläufe, «ausserordentliche Lagen» und zukunftsgerichtete Arbeiten wechseln sich dabei ab. Routine, wenn zum Beispiel Herbst um Herbst die reifen Trauben von unseren eigenen Rebbergen aus dem Wallis und dem Waadtland eintreffen, Hektik, wenn anlässlich unseres Winzerfests die vielen kleinen und grossen Rebbesitzer ihre frisch geernteten Trauben zu uns bringen, oder wochenlange Planungsarbeiten, wenn neue Verfahren mit neuen Technologien anstehen.

All das sind Objekt und Momente, um dem Spruch des alten Mönchs nachzuleben: Wollen wir unsere Westschweizer Trauben nach Kiesen karren oder vor Ort keltern lassen? Wollen wir unser Winzerfest immer grösser werden lassen und unsere Ressourcen (über-)beanspruchen? Wollen wir unsere Eichenfässer gegen Stahltanks austauschen, unsere Flaschen weiterhin waschen statt einstampfen und wollen wir uns überhaupt weiterhin als Weinhandwerker in einem umkämpften Markt behaupten?

... unsere Technologie

... Notwendiges verändern und Unabänderliches gelassen hinnehmen ... Wein ist Natur und Technologie zugleich. Was können wir verändern und was müssen wir gelassen hinnehmen? Hoffen wir, dass uns gelingt, immer wieder den Königsweg zwischen beidem zu finden!

Lebensfroher Genuss – Schonung der Grundlagen.

Unter diesem Motto haben wir in den letzten Jahren eine Reihe von Vorhaben ausgeführt:

Holzschnitzelheizung

Seit 1999 beheizt eine Holzschnitzelheizung CO2-neutral unsere Liegenschaften. Pro Jahr erzeugen wir im Mittel 350’000 kWh Wärmeenergie und sparen damit rund 35’000 Liter Heizöl.

Flaschenwaschmaschine

Als eine der wenigen Kellereien waschen wir das Rückglas und rezyklieren so etwa 75 % der ausgelieferten Flaschen. Damit verbrauchen wir nur ca. 10% der Energie, welche die Produktion einer Neuflasche benötigt. Die Flaschenwaschmaschine ist an die Holzschnitzelheizung angeschlossen und wir sparen jährlich weitere rund 150’000 Liter Heizöl.

Photovoltaikanlage

Unsere Kellerei verbraucht jährlich 75’000 kWh Strom – wenig im Vergleich mit ähnlichen Betrieben, da wir den Energieverbrauch bei Neuanschaffungen stark berücksichtigt haben. Seit 2008 produzieren wir unseren Strom mittels Photovoltaik selber. 2013 erweiterten wir die Anlage auf 300 kW Leistung und produzieren rund 300’000 kWh eigenen Sonnenstrom.

Gebäudesanierungen

Mit beträchtlichem Aufwand haben wir unsere teils 200-jährigen Gebäude energietechnisch saniert – unter Bewahrung der altehrwürdigen Bausubstanz.