Von unserem Umfeld

Die Schweiz ist ein eigentliches Rebbauland. Jeder Kanton – Gebirgskantone eingeschlossen – verfügt über Rebbauflächen, wobei natür­lich die grossen Weinbaukantone Wallis, Waadt, Genf, Tessin, Zürich und Neuenburg bzw. die Drei-Seen-Region dominieren.

Angebaut werden auf knapp 15’000 Hektaren rund 200 verschiedene Rebsorten (42% weisse und 58% rote), die etwa 100 Mio. Liter Wein hervorbringen. Dabei stehen Chasselas bei den Weisswein- sowie Pinot noir, Gamay und Merlot bei den Rotweinsorten mit ­einem Gesamtanteil von total rund 75% an der ­Spitze. Allerdings legen die lokalen Sorten und traditionellen Spezialitäten (wie Müller-Thurgau, Johannisberg, Petit Arvine, Humagne rouge, Heida, Cornalin u. a. m.) wieder zu, dicht gefolgt von Neuzüchtungen wie zum Beispiel Gamaret, Garanoir oder Diolinoir. 

Hier stehen, selbstverständlich neben den Geschmacksnoten, auch die Anpassungen an das veränderte Klima und die Widerstandsfähigkeit gegenüber den zahlreichen Traubenschädlingen im Vordergrund. Abgesehen von den eigentlichen Bioweinen wird auch beim traditionellen Anbau angestrebt, mit möglichst wenig Behandlungen auszukommen. Durchaus möglich, dass damit Sorten wie Divico, die zurzeit von Schweizer Forschungsanstalten entwickelt werden, bald einmal den Eingang in die Keller und Gaumen finden werden.


Fazit? Schweizer Wein ist in!
Chapeau, les vignerons!

Die ältere Generation unter uns Weinfreunden erinnert sich: Kein Sonntag im Kreis der Verwandtschaft, kein Dreierli im Gasthof (wie Pizzerien, Pubs und Bistros damals noch hiessen) und schon gar kein WK zuhinterst oder zuoberst in der Schweiz ohne Beaujolais. 

Und heute? Fleurie («Fleuriee») ist aus dem Sprachschatz verschwunden, Brouilly konnte man ohnehin nie fehlerfrei schreiben, Moulin à Vent erinnert vielleicht noch an ein Brot aus Spezialmehl und von Saint-Amour ist bloss der zweite Teil geblieben. Immerhin.

Begründet ist das alles im Aufkommen der italienischen und spanischen Weine, was ohne eklatante Fortschritte in der dortigen Kelter- und Gärungstechnologie nie möglich geworden wäre. Im Zentrum steht die Kühltechnik, welche erlaubt, den frühen, südlichen Traubenmost mit seinen hohen Öchslegraden trotz hohen Aussentemperaturen einer behutsamen Gärung zuzuführen. Das brachte fruchtige, elegante Weine anstelle ihrer plumpen und herben Vorgänger. 

Tröstlich für den Beaujolais und dessen nach wie vor riesige Rebflächen: Auch der Weingeschmack und seine Präferenzen unterliegen dem Wechsel und der Mode. Beaujolais – deine Zeit kommt wieder!

… und von unserer Geschäftsphilosophie

Wobei: Neben dem Preis, der immer und überall seine Rolle spielt, ist es die Lust am wechselnden Geschmack, die Neugier auf neue Sinnesfreuden und das Vergnügen, zusammen mit dem Wein auch unbekannte Lebensgewohnheiten zu entdecken, die uns zu neuen Weinen – oder die Rückkehr zu verloren geglaubten Genüssen – führen. Gibt es einen glaubhafteren Beweis dafür, dass Wein eines unserer nachhaltigsten Kulturgüter ist? 

Wir von Riem, Daepp & Co. sind hier gewissermassen an der Wiege der Erkenntnisse: Geboren vor 150 Jahren beim Wein aus dem Beaujolais, aufgewachsen Seite an Seite mit den eigenen Rebbergen und erwachsen geworden auf den Reisen in die südlichen Gefilde. Aber verwurzelt geblieben an den Gestaden des Thunersees ... und in der Hofstatt des Aaretals!

Wir sind – wenn wir das einmal so ausdrücken dürfen – überaus glücklich über unseren bisherigen Weg, den unsere Gründerväter (still, aber nachhaltig unterstützt von den Gründermüttern!) eingeschlagen haben und den wir – wie wohl auch unsere Nachfolgegenerationen – gerne weitergehen. 

Von der Rebe ins Glas! Via Eichenfass, via Inox-Tank. Via tüchtige Winzer in den eigenen Rebbergen oder via unsere treuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kiesen. Und via unsere Partner, die Sie auf den nächsten Seiten kennen lernen.

Und das alles im Einklang mit der Natur – soweit wie nur immer möglich! Müssen wir noch mehr zu unserer Geschäftsphilosophie sagen?